22. Juni 2014

Ein ganz außergewöhnliches Brauchtum findet sich in der italienischen Stadt Campobasso, knapp 250 km südöstlich von Rom. Hier wird alljährlich am Sonntag nach Fronleichnam "Corpus Domini" gefeiert, eine Prozession mit 58 Kindern, 16 Erwachsenen, einem Lamm, einem Hund sowie ca. 250 Trägern und ca. 100 Musikanten. Hierbei repräsentieren die Kinder Engel, Teufel, Heilige und die Jungfrau Maria - mit einer unglaublichen Ausdrucksstärke. Dieser Feiertag in der 50.000 Einwohner zählenden Stadt in den Apeninnen beginnt um 8 Uhr mit einem Gottesdienst vor dem Museum Misteri, bei dem die Hauptdarsteller natürlich alle präsent sind. Direkt im Anschluss wird's dann auch schon "ernst" für die Kinder, denn jetzt müssen sie sich umziehen und in ihre ganz einzigartigen Rollen schlüpfen.

Unglaublich der Medienrummel, und kaum zu glauben, wie stressfrei das alles abläuft - es dauert über eine Stunde, bis alle 13 "Maschinen" komplett gerichtet und bestückt sind. Noch kurz ein Gruppenfoto für die Fotografen - und schon beginnt die Prozession in Richtung Altstadt von Campobasso. Entworfen wurde Misteri im Jahr 1740 (!!!) vom Bildhauer Paolo Saverio Di Zinno und so sind 12 der insgesamt 13 Maschinen über 250 Jahre alt. Ursprünglich waren's sogar 24 - wobei die Hälfte einem schweren Erdbeben im Jahr 1805 zum Opfer fielen und nicht mehr nachgebildet werden konnten.

Nachfolgend die einzelnen Konstruktionen, die auf einer Strecke von 3.450 Metern von den Trägern durch die Stadt geschleppt wurden:

  • S. Isidoro - 5 Personen - 5,10 Meter hoch - 534 kg schwer
  • S. Crispino - 6 Personen - 4,70 Meter hoch - 430 kg schwer
  • S. Gennaro - 5 Personen - 5,20 Meterhoch - 425 kg schwer
  • Abrama - 3 Personen und ein Lamm - 4,10 Meter hoch - 450 kg schwer
  • Maria Maddalena - 6 Personen - 5,40 Meter hoch - 535 kg schwer
  • S. Antonio Abate - 6 Personen - 5,80 Meter hoch - 490 kg schwer
  • Immacolata Concezione - 6 Personen - 5,80 Meter hoch - 455 kg schwer
  • S. Leonardo - 7 Personen - 5,40 Meter hoch - 410 kg schwer
  • S. Rocco - 4 Personen und ein Hund - 4,80 Meter hoch - 340 kg schwer
  • L'Assunta - 7 Personen - 6,00 Meter hoch - 484 kg schwer
  • S. Michelle - 4 Personen - 5,10 Meter hoch - 510 kg schwer
  • S. Nicola - 9 Peronen - 5,30 Meter hoch - 644 kg schwer
  • S.S. Mo Cuoredu Di Gesu' - 6 Personen - 5,60 Meter hoch - 590 kg schwer
Der historische Hintergrund von Misteri ist die Darstellung von Passagen aus der Bibel. Eine Ausnahme bilden die Teufel, die während der Prozession aktiv werden und vorzugsweise Frauen und Kindern das Gesicht schwärzen. Bei über 30 Grad Celsius geht Misteri 2014 sicherlich in die Geschichte ein, denn hier waren sowohl Kinder als auch Träger am Ende ihrer Kräfte. 4 Stunden lang dauert es nämlich, bis die Prozession wieder zurück am Ausgangspunkt ist.

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7. Februar 2015

In der 31. Auflage startete die Aubenger Scherenschleifer-Gruppe 1 im Unterdorf und obligatorisch stärkte sich das Team zuvor bei Heidi & Anton Weißhaar um 8 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück. Bei eisigen, aber traumhaften Wetter ging's dann auch schon in der Hauptstraße los und die langjährige Stammkundschaft freute sich besonders über ihre Scherenschleifer. Ruck zuck war der Vormittag vergangen und derweil wartete Metzger-Martin mit einem wunderbaren Mittagessen. Auch am Nachmittag gab's noch genügend in Downtown-Aubenga zu schleifen und zum Finale kehrte man in der Pilsbar Rose ein. Aber schaut Euch einfach die Stationen selbst an - und wir Schleifer danken allen für die wunderbare Gastfreundschaft. Narri - Narro - lululuuluuuu Kurto :-)

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2010 bis 2016

Weil die karnevalistische Deko der Eyachtalhalle längst nicht mehr zu der schwäbisch-alemannischen Aubenger Fasnet passte, war es nur eine Frage der Zeit, die Eyachtalhalle entsprechend zu dekorieren. Seit dem Jahr 2010 ist nun auch diese dem Aubenger Bändel-Outfit angepasst. Unglaublich, was doch so ein paar bunte "Fetzen" für eine positive und freudige Stimmung auslösen! Egal ob in der Hauptstraße, am Dorfplatz, in der Eyachtalhalle - bei Sonne, Schnee, Vollmond oder Regen - es wirkt einfach weitaus erfrischender!! Von diesen Bändeln träumen sicherlich schon unsere närrischen Vorfahren.

Beim heutigen Jubiläum am 9. Januar 2016 flutschte es von Anfang an und bei Opa Martin & Omi Johanna gab's zur Feier des Tages ein gigantisches Festtags-Menü inkl. Mathes-Loch-Frucht-Cocktail. Unser Dank gilt allen, die uns alljährlich bei der Flecken-Deko mit Leib und Seele unterstützen. Schaut Euch einfach die beiden Bildergalerien genau an, dann findet Ihr die meisten unserer Helfer bzw. deren Gerätschaften. Und genau das macht es aus: WIR sind ein Superteam und das funzt nur, weil alle an einem Strang ziehen. Es wäre sehr schön, wenn wir diesen i-Punkt der Aubenger Fasnet noch ein paar Jährchen gemeinsam setzen könnten. Dank Euch allen - es macht jedes Jahr riesigen Spass !!

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1996 bis 2009

Kaum zu glauben - genau 20 Jahre ist es her, dass die Aubenger Fasnetsbändel zum ersten Mal gehisst wurden. Im Jahr 1996 begannen die Vorbereitungen und hierzu wurden im Akkord 1400 Meter kunterbunte Fasnetsbändel genäht bzw. Montagehaken für genau 63 individuell nummerierte Drahtseil-Bändel entlang der Haupstraße montiert. Am 11.1.1997 war es dann erstmals so weit, dass nämlich die gesamte Hauptstraße im neuen Aubenger Bändel-Outfit dekoriert war. Stolz war das damals 22 Personen zählende Bändelteam (und ist es bis heute) über diese kreative Fleißarbeit, die zu einem wichtigen Akzent der Aubenger Fasnet werden sollte (Text-Fortsetzung siehe unten!).

Bereits im folgenden Jahr 1998 wurde auch der Dorfplatz mit der Zunftstube mit weiteren 14 Fasnetsbändeln (insgesamt 225 Meter) in das Gesamtbild integriert. Seither besticht das zum Aubenger Narraverei zählende Bändelteam durch akurate, kunterbunte Bändel und der rote Bändelanzug ist zum Markenzeichen im Flecken geworden. Waren die Aubenger Fasnetsbändel in den ersten Jahren noch "freie Schnauze" in ungefähr 4 Meter Höhe aufgehängt worden, hat sich das dank einer amtlich geeichten Messlatte schnell zu einer Präzisionsarbeit auf 4,50 Meter Höhe entwickelt. Unser viel zu früh verstorbener Vollblut-Bändel-Fan "Baupe" ist durch seinen individuellen Stahlpfosten verewigt und alljährlich zum Fasnetsbeginn mit uns im Unterbewusstsein unterwegs.

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24. Jänner 2016

Zu den wenigen Orten Tirols, in denen die alt überlieferten Fasnetsbräuche heute noch richtig lebendig sind, zählt Nassereith im Tiroler Oberland. Im Drei-Jahres-Rhythmus folgt die Ortschaft der Jahrhunderte alten, fast gar mythischen Tradition des sogenannten "Nassereither Schellerlaufens", einer der farben-prächtigsten Fasnachten im gesamten Alpenraum. Klar festgestellte Regeln legen den Ablauf des Schellerlaufens genau fest. Im Mittelpunkt steht der Sieg des Frühlings über den Winter, der in den Figuren des Bären und des Bärentreibers verkörpert wird.

Gerade Mal 2.000 Einwohner zählt Nassereith - davon beteiligten sich an die 450 Aktive, allesamt Männer, an diesem einmaligen Spektakel. Das Schellerlaufen ist besonders durch seine Farbenpracht und die unvergleichlichen und ausdrucksstarken Holzmasken heimischer Künstler bekannt. Zum genauen Alter dieses Brauchtums gibt es keine exakten Daten, weshalb man sich mit der Aussage, "die Nassereither Fasnacht sei mindestens so alt wie der Ötzi", begnügen muss. Eine genaue Beschreibung des Ablaufs und der beteiligten Figuren folgt im Teil 2.

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