Europäisches Maskensymposium 2019

Elzach

Vom 14. bis 16. November 2019 fand in Elzach/Schwarzwald das erste "Europäische Maskensymposium" statt, welches von der Stadt Elzach in Zusammenarbeit mit dem Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Elzach und den Alemannischen Larvenfreunden, dem Verein zur Förderung der europ. Maskenkultur, ausgerichtet wurde. Das Programm über die 3 Tage (im Anschluss an die Bilder) war sehr abwechslungsreich und absolut spannend - die Begeisterung bei den Teilnehmern und Referenten riesengroß. Herzlichsten Dank allen Organisatoren und Beteiligten für diesen einzigartigen Mega-Event !!

Vielerorts befindet sich die Fasnet im Wandel der Zeit - hierzu ein paar aussagekräftige Zitate: "Es gibt immer mehr Hästräger - aber immer weniger Narren." - "Die Narren haben das Narren verlernt." - "Wichtig ist, dass der Maskenträger begreift, warum er sich überhaupt maskiert." - "Die Maske ist zum lästigen Beiwerk geworden." - Deshalb gehört die Fasnet schon in den Schulunterricht und muss dort vermittelt werden.

Die wesentlichen Inhalte des Maskensymposiums nachfolgend in chronologischer Reihenfolge. Parallel dazu fand im Museum Elzach die Ausstellung "Elzacher Larven kehren heim", bei der teils weit gereiste Larven für einige Wochen wieder zurück nach Elzach geholt wurden. Logischerweise herrschte dort absolutes Fotografier-Verbot, damit diese Unikate nicht weltweit kopiert werden. Tolle Ausstellung - noch bis 29.12.2019.

  • Begrüßung durch Bürgermeister Roland Tibi.
  • Einführung in das Symposium durch Philipp Hässler & Wolfgang Koch.
  • Prof. Dr. Werner Mezger: "Masken - Larven - Schemen" - Anmerkungen zum Spiel mit der Unkenntlichkeit in Europa seit dem Spätmittelalter.
  • Jürgen Stoll/Karlsruhe: "Masken aus Pappmaschee" - Historie und Einfluss der Manufakturen auf europäische Maskentraditionen.
  • Dominik Wunderlin/Basel (CH): "Wachs oder Papier" - Die entscheidenden 1920er-Jahre in der Larventradition von Basel.
  • Gérard Leser/Colmar (F): "Maskenbräuche im Elsaß?" - Gestern und Heute.
  • Traugott Wöhrlin/Kirchzarten: "350 Jahre Villinger Schemenkultur" - von der Masquera-Fasnet zum Hästräger-Event.
  • Prof. Dr. Thomas Nussbaumer/Telfs (A): "Tanzende und laufende Masken" - Beispiele aus Tirol.
  • Andreas Reutter/Weingarten: "Das virtuelle Maskenmuseum - ein Streifzug durch die Vielfalt europäischer Maskenkultur".
  • Armin Becherer/Zunftmeister der NZ Elzach: "Die Elzacher Schuttiglarven" - Grenzen und Vielfalt. Im Anschluss Diskussions-Veranstaltung.
  • Manfred Waltner/Imst (A): "Vom rückständigen Aberglauben des Volks zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit" - Imster Schemenlaufen im Wandel der Zeit.
  • Andreas Winet/Reichenburg (CH): "Drapoling, Blätz und Rölli" - Geprägt von Arlecchino: Maskenwesen der Innerschweiz.
  • Marin Blümcke/Laufenburg (D): "Masken und Maskenschnitzer im südlichen Baden-Württemberg" - Ein 35 Jahre alter Querschnitt.
  • Wulf Wager/Altenried: "Narri-Narro-ade?" - Hat die traditionelle Fastnacht eine Zukunft und wenn ja, wie viele? Eine Provokation.
  • Günter Schenk/Mainz: "Zeigen oder Verbergen" - Zur Funktion der Maske im närrischen Spiel.

ein Rückblick auf meine Impressionen vom Nachtumzug des Elzacher Narrentags 2013